Lösung für AuslandschweizerInnen  

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(@hernani)
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18/06/2018 9:06 pm  

Hallo zusammen

Die Organisation der AuslandschweizerInnen (ASO) gehört zu den lautesten Befürworterinnen von E-Voting, weil es mit der Briefwahl Probleme gibt. Am liebsten möchten viele dort nicht einmal per Post Verifikationscodes haben, sondern wollen sogleich die Wahl dematerialisiert haben, ähnlich Estland. Weder die Staatskanzlei Genf noch die BFH-Forscher, wie wir von direkten Treffen mit den Verantwortlichen wissen, unterstützen solche Schritte: die Angriffe würden dann noch günstiger und es könnten auch skalierend Stimmen manipuliert werden - durch Schadsoftware à la Hacking-Team.

Das BFH-Team E-Voting selber hat die Unsicherheit vom sowohl norwegischen als auch estnischen System bereits angeprangert: beide waren / sind stark darauf fokussiert, dematerialisiert zu sein.

Was sich für das Papierwahlsystem nicht erschliesst, ist wieso AuslandschweizerInnen Briefe erhalten und wieder zurückschicken müssen.

Eine sinnvolle Lösung wäre:
- AuslandschweizerInnen erhalten Zugangscodes.
- Sie loggen sich damit auf einer E-Government-Plattform ein.
- Sie drucken die Unterlagen und unterschreiben den Stimmrechtsausweis.
- Sie stimmen damit lokal (Konsulat / Botschaft) in der Umgebung ab: entweder per Brief- oder Urnenwahl.
- Sie können an der Auszählung lokal partizipieren.
- Die Ergebnisse werden getrennt an die Gemeinden / Kantone gemeldet - z. B. über verschlüsselte E-Mails (nach geprüfter Identität), Telefon oder einer E-Government-Plattform mit digitalen Unterschriften dafür; das liesse sich auch systematisch automatisieren.
- Wichtig ist, dass vor Ort genügend Leute die Ergebnisse je Gemeinde registriert haben und eine Wahlniederschrift erfolgt - ähnlich Deutschland. Damit können die Ergebnisse mit den online verfügbar gemachten Ergebnissen verglichen und andernfalls disputiert werden - eine Nachzählung des weiterhin vorhandenen Papiers in den Aussenstellen bleibt möglich.

In keinem Fall soll es nötig sein, jedes Mal alle Unterlagen ins Ausland zu erhalten und schon gar nicht dieses wieder zurückschicken zu müssen. Beim E-Voting erhalten auch jetzt die AuslandschweizerInnen Codes jedes Mal zugeschickt: auch das kommt bestimmt nicht jedes Mal oder verspätet an.

Falls man bei einer Gemeinde einen öffentlichen Schlüssel für Messaging hinterlegt und mit der Gemeinde verifiziert, ist man in der Schweiz, kann man zukünftige Zugangscodes zur E-Government-Plattform - z. B. bei Änderung - per verschlüsselter Textnachricht erhalten. Bei Revokation: beim nächsten Mal wenn vor Ort oder halt Briefpost. Solche Zugangscodes können zumindest ein Jahr lang gültig sein, bis sie wieder erneuert werden sollten.

Wer jetzt sagt, man kann die E-Government-Plattform fälschen: den Stimmrechtsausweis muss man noch immer händisch - mit der Unterschrift - fälschen, falls man es mit Briefwahl macht; analog Briefwahl im Inland. Bei Urnenwahl ist der Ausweis vorzulegen. Die Komplexität des Angriffs unter Idealbedingungen zuletzt zur Stimmabgabe ist O(n) - also linear; wie bei Papierwahl allgemein.

Dafür muss das Konsulat oder die Botschaft im Ausland auch die Chance haben, die Unterschrift vergleichen zu können - für den Verdachtsfall. Einen Kontakt zu hinterlassen für eine Kontrolle im Verdachtsfall oder eine systematische Stichprobe mit zufälligen Abstimmenden zuzulassen - per Nachfrage, schafft hier mehr Sicherheit.

Natürlich macht das die Prozesse teurer - fürs Ausland, aber Demokratie ist weder effizient noch muss sie kostengünstig sein, sondern sie muss die Abstimmungs- und Wahlfreiheit der BürgerInnen wahren.

Andere Länder setzen auch diplomatische Post ein, um die Stimmzettel in die zuständigen Gemeinden zu befördern und auszuzählen. In Länder ohne Konsulat oder Botschaft und mit schlecht funktionierendem Post-System wäre sich zu überlegen, eine oder mehrere (temporäre) Vertretungen aufzubauen, wo Stimmen empfangen und öffentlich - für alle interessierten BürgerInnen - ausgezählt werden können.


Komitee aime
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(@huberfel)
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20/06/2018 9:04 am  

Als Alterantive: Botschaftsurne.

Dazu müssten die Katone mit dem Bund eine Lösung erarbeiten, damit die Botschaften in den entsprechenden Ländern die Couverts erstellen und verschicken können. Denkbar wäre, dass Stimmenzähler aus den A-CHern in den entsprechenden Ländern die Auswertung überwachen könnten.

Dies ist vor Allem nur für ca. 200'000 SchweizerInnen relevant. Der Rest der Auslandschweizer wohnt in Deutschland, Italien, Spanien, Österreich, Lichtenstein. Diese Länder sind gut auch mit der Post aus der Schweiz erschliessbar.


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(@roland-moser)
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22/06/2018 10:30 am  

"...die Angriffe würden dann noch günstiger und es könnten auch skalierend Stimmen manipuliert werden..."

Was bedeutet skalierend? Fachbegriffe aus dem IT solltest Du aus der Diskussion raushalten, sofern Du eine Diskussion auch mit Nicht-IT-Leuten anstrebst.


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(@roland-moser)
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22/06/2018 10:34 am  

@ Hernani

Das sehe ich nicht als machbar an, weil eine zusätzliche Logistik an Hunderten Plätzen auf der ganzen Welt aufgebaut werden muss.

Als Alternative sehe ich, dass die Auslandschweizer ihre Papiere gemäss Deinen obgenannten Vorstellungen ausdrucken, und dann per Post einschicken. Somit der Postweg nur einmal vorkommt. Im übrigen kann man einem Auslandschweizer auch sagen, dass er im Ausland lebt und dies freiwillig tut.


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